Tödliche Tatsachen


16.04.2010
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Dokumentarisches Theater


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18 Minidramen auf der Grundlage wahrer Kriminalfälle: Im Spannungsfeld der Nüchternheit kriminalistischer Fakten aus Polizei-Akten und der verdichteten Sprache der Kriminalgedichte von Gisela Winterling bringt der Regisseur Uli Wirtz-von Mengden mit Tödliche Tatsachen wahre Fälle auf den dunklen Punkt.
Gnadenlos authentisch und oft auch bizarr verzerrt sind die 18 kurzen Szenen, die jeweils nicht länger als ein paar Minuten dauern und doch eine ganze Welt enthalten. Immer wieder neu verbinden sich im Dialog der beiden Mainzer Schauspieler Ari Klüpfel und Patrick Twinem Aktennotizen und Poesie zu einer ganz eigenen Form der Darstellung, die dem Zuschauer schockierende Begegnungen mit skurrilen Todesfällen erstaunlich nahe bringt.
Da schießt sich einer während der Hochzeit seiner Enkelin eine Kugel in den Kopf. Ein konsumgeiles Pärchen mordet, um in Ruhe shoppen zu können. Der 120-Kilo-Mann erstickt an einem Fleisch brocken.
Der Tod hat viele Gesichter. Das Polizeiprotokoll beschreibt in seziererischer Weise die Auffindesituation der Leichen, hält akribisch genau die Zeugen befragungen fest. ‚Fälle‘ werden abge arbeitet – der Mensch und sein Schicksal, eingepresst zwischen zwei Aktendeckeln. Die Gedichte hingegen greifen Partikel dieser individuellen Schicksale auf und geben – aus ungewohnt subjektiver Perspektive – Einblicke in das Seelenleben und die Lebenssituation der Handelnden.

Eine andere Art der Spurensuche, die nicht nach der Wahrheit fahndet, sondern nach den Menschen hinter den Fakten aus 18 Akten.
Alle Texte, einschließlich der polizeilichen Vermerke, basieren auf wahren Begebenheiten, die literarisch bearbeitet, anonymisiert und verfremdet wurden. Nicht geeignet für Jugendliche unter 16 Jahren.

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